Stevia Sorten, Anbau und Vermehrung
Stevia Sorten:
San Ignacio:
ist eine lokale Sorte, sie wächst im Dschungel Bereich, mit unbekannter
Herkunft und Höhe der Süßstoffe.
Criolla:
Der Vorteil dieser Sorte ist, dass man sie zu 100 % aus Samen ziehen kann und
sich die Genstruktur dabei nicht verändert. Allerdings kann auch mit einer
Rekombination rechnen, die aber genutzt werden kann um die besten Pflanzen
auszusortieren um so eine Verbesserung in der Gesamtheit zu erzielen. Die
lokalen Varianten bestehen aus einer Mischung von Stevia Pflanzen, die in ihrern
morphologischen und phänologischen Merkmalen variieren. Sie hat in den Monaten
Dezember bis Januar eine Wuchhöhe von bis zu 60 cm.
Das Ertragspotential unter experimentellen Bedingungen, im ersten Jahr der
Stevia Produktion beträgt ca, 2900 kg pro ha. Der Ertrag wurde erziehlt ohne
zusätzliche Bewässerung, bei 3 Ernten pro Jahr und einer Dichte von 100 000
Pflanzen pro ha. Bei landwirtschaftlichen, gut geführten Betrieben, liegt der
Stevia Ertrag bei 2000 bis 2300 kg pro ha. Der durchschnittliche Gehalt an
Rebaudiosid A in dem vorhandenen Steviosid beträgt 14 % in der zweiten Ernte,
die zu den ertragreichesten zählt. Bei der Ernte im ländlichen Bereich, erreicht
man einen Anteil von 12 % an Rebaudiosid, was durch die Verunreinigungen im
Erntegut kommt.
Eirete:
Sie ist eine geklonte Stevia Variedat (IAN/VC-142 (Eirete)): im Jahre 2005
wurde das Programm offiziell genannt IAN / VC - 142
(Eirete), an dem National Agronomic Institute (IAN) in Caacupé, Paraguay
gestartet. Die Variante ist in seinen agronomischen Eigenschaften, den anderen
einheimischen Sorten weit überlegen.
Für den Zweck der Erhaltung der genetischen Identität, sollte diese Sorte
ausschließlich ungeschlechtlich vermehrt werden, d.h. durch Stecklinge. Wenn
durch Saatgut vermehrt wird, werden die Nachkommen sehr ungleichmäßig in ihren
morphologischen und phänologischen Merkmalen. Die Zusammensetzung der Stevia
Blätter nimmt um ca.29 % ab. Eirete präsentiert seinen Zyklus später als die
nativen Stevia Sorten (in der Regel 10 bis 12 Tage ), die Pflanze ist groß und
kann in den Monat Dezember/Januar bis 1,20 m hoch werden. Sie hat viele große
Blätter und einen verzweigten Stengel, sodass eine große Dichte in der Kultur
entsteht. Sie blüht einheitlich, was eine Ernte vor der ersten Knospenbildung
ermöglicht.
Das Ertragspotential dieser Sorte "Stevia Eirete", unter
experimentellen Bedingungen im Institut IAN, ohne zusätzliche Bewässerung, bei
einer Dichte von 100.000 Pflanzen/ha. Im ersten Jahr der Produktion 3990 kg / ha
/ Jahr (Álvarez, E. , 2006).
Die ersten kommerziellen Anbau Erfahrungen mit den
Kleinbauern, in der Region San Pedro, im ersten Jahr der Produktion, ohne
zusätzliche Bewässerung, haben bei einer Dichte von 100.000 Pflanzen/ha, die
Erträge von 3.200 bis 3.500 kg / ha / Jahr gemeldet. Ein weiterer Vorteil liegt
darin, dass sie bei der Ernte im Dez./Jan. über 7% mehr als die einheimische
Stevia Sorte Criollo, an Rebaudiosid A verfügt. Der Wert von Steviosid, bei
dieser Ernte erreichte durchschnittliche Werte von 18,6 %. Bei Feldanbau der
Landwirte erreicht der Werte 18% des gesamten Glykosid, weil das Erntegut mit
Zweigen und anderen Verunreinigungen gemischt ist und die Qualität des
Endproduktes beeinträchtigen.
F1:
Diese Sorte entsteht durch die Vermehrung der Sorte Eirete
durch Samen. Sie benötigt nicht soviel Pflege wie die Ausgangspflanze, hat ca.
29 % weniger Inhaltsstoffe aber immer noch ca. 25 % mehr Rebaudioso A als die
Sorte Criollo und muß nicht so aufwendig vermehrt werden wie die Mutterpflanze.
Der Gesamtaufwand für den erzeugenden Betrieb liegt in etwa bei 1500 € im ersten
Jahr, im Vergleich zur der Sorte Eirete um 50 % niedriger, was für den
Steviabauer in Zukunft wohl entscheident sein wird. Versuche in San Pedro sind
sehr positiv verlaufen (2009), genaue Zahlen liegen noch nicht vor.

Teilt man die Stevia Pflanze in drei Abschnitte, so hat das obere Drittel
19,5 %, dass mittlere Drittel 18,5 % und im unteren Drittel 18,1 % den höchstem
Gehalt an Gesamt-Glykoside, in den Stämmen, Ästen und Blattadern einen Wert von
1,7 %, hier befinden sich auch die meisten Bitterstoffe.
KLIMA:
In Paraguay, Brasilien und Argentinien wächst Stevia spontan in Gebieten mit
einem subtropischem, feuchtem Klima, mit Niederschlägen zwischen 1.200 und 1.800
mm über das Jahr verteilt und durchschnittliche Temperaturen über 20 ° C. Die
Sorte Criollo ist sehr resistent gegen den Mangel an Wasser.
Die richtige Temperatur für den Stevia Anbau ist zwischen 15 und 34 ° C, ohne
Frostgefahr nach dem Zeitpunkt der Keimung. Sie ist resistent und gedeiht bis zu
43 ° C.
Temperaturen zwischen 2 und 15 ° C töten nicht die Pflanze, aber hemmen und
stoppen die Entwicklung. Temperaturen unter 1 ° C töten die Pflanze (Frost).
BODEN:
Der erfolgreiche Stevia Anbau geschieht in sandigen Böden bei einem pH von
6,5 bis 7,5, ohne Salz. Zwar wächst sie auch in lehmigen Böden, diese müssen
aber gut durchlässig sein. Pilzprobleme entstehen, durch zu viel organische
Substanzen im Boden. Eine Fruchtfolge z.B. Erdbeeren und Tomatenpflanzen sind
nicht geeignet, da die Steviapflanze von den gleichen Pilzen befallen wird. Zur
Vorbereitung des Bodens empfiehlt sich eine Aussaat von: Mucuna Asche (Stizolobium
cinereum) und Crotalaria (Crotalaria juncea L).
VERMEHRUNG DURCH SAMEN:
Die Keimung der Samen ist im Allgemeinen gering, sie schwankt zwischen 10 und
40% und ihre Keimfähigkeit ist nicht länger als 8 Monate. Sie müssen geschützt
werden vor zu niedriger Luftfeuchtigkeit und vor Kälte.
Als Samenpflanzen sollten nur die größten und kräftigsten Stevia Pflanzen
benutzt werden
Die Mindesttemperatur für die Keimung ist 20 ° C und 16 Stunden Licht (60 %
Schatten) pro Tag. Stevia Samen sind Lichtkeimer, deshalb dürfen sie nicht mit
Erde bedeckt werden. Die Aussaat erfolgt auf gutem Boden und es sollten 40 Gramm
pro m² ausgesät werden,. Die Samen müssen fest angedrückt werden, da sie sehr
leicht sind und jeder leichte Windstoß sie vom Ort der Aussaat entfernt. Das
beste Verfahren ist, die Saatbeete mit einer dünnen durchsichtigen Plastikfolie
abzudecken. Die Keimzeit beträgt ca. 7 -14 Tage. Die Stevia Sämlinge sollten 6 -
8 Wochen an der Saatstelle verweilen, in dieser Zeit müssen sie regelmäßig mit
Wasser besprüht werden. Trockene Erde führt zum sofortigrn Absterben der
Sämlinge. Nach der Keimung beötigen sie Halbschatten von bis zu 80 %. Sobald die
Stevia Pflanze 6 - 8 Blätterpaare hat, ist es Zeit sie umzupflanzen, in ein
Gemisch aus : Mutterboden, Sand und Torf. Nach ca. 6 Wochen können die Pflanzen
auf dem Feld ausgepflanzt werden. Dieses sollte vorzugsweise in den kühlen
Abendstunden geschehen.
STECKLINGSVERMEHRUNG:
Vorbereitung des Stecklingbeetes: guter Mutterboden mit einem Anteil von 20 %
Sand , werden gemischt und anschließend durchgesiebt um Steine, Erdklumpen und
sonstigen biologischen Abfall zu beseitigen. Das zukünftige Beet damit ca. 10 cm
abdecken. Nach dem Begradigen der Fläcke werden 1 -2 cm sauberer Sand
aufgebracht. Diese verhindert, dass die Stecklinge mit der Erde in Berührung
kommen und damit eine Pilzinfektion, durch in der Erde befindliche Pilzen,
ausgeschlossen wird.
Stecklinge: sobald die Mutterpflanzen genug Triebe von ausreichender Länge
haben, schneidet man die Stevia Stecklinge, mit einem sauberem Messer, in einer
Länge von 4 Blattpaaren ab (keine Triebe mit Knospen oder Blüten). Die unteren 2
Blattpaare werden sorgfältig entfernt, damit kein Blatt im Beet Erdberührung
bekommt (Pilzgefahr).
Die ca. 10 cm langen Stecklinge, taucht man vor den Einbringen in das Beet,
in ein Bewurzelungssubstrat. Der Abstand zwischen den Stecklingen im Beet ist
ca. 3 cm. Die Stecklinge werden bis kurz über dem zweiten Knoten in die Erde
eingebracht und angedrückt. Nach dem Einsetzen der Stevia Stecklinge sollten die
Blätter feucht gehalten werden. Während der Bewurzelungsfase (ca. 21 - 30 Tage)
muß für ausreichend gleichbleibende Feuchtigkeit und Temperatur gesorgt werden.
Vorbeugung der Dehydration der Stecklinge:
Es gibt 2 Möglichkeiten dieses zu erreichen;
1) Intermittierende Bewässerung: Sie sollte vorugsweise mit
mikro Spritzen durchgeführt werden, für etwa 13 Std. pro Tag, von 6 Uhr - 19
Uhr. Die Bewässerung sollte dabei alle 15 - 20 Minuten etwa 2 - 3 Minuten
erfolgen. Nach ca. 15 Tagen wird dann mit normaler Bewässerug (Gießkanne,
Brause) fortgefahren. Nach 85 bis 90 Tagen können die Stevia Jungpflanzen an
ihren entgültigen Bestimmungsort ausgebracht werden.
2) Folien Tunnel: Man benutzt eine Kunststoffolie mit einer Stärke von 120 -
150 Mikrometer. Vor und nach dem einsetzen der Stecklinge wird die Erde stark
bewässert. Nachdem die Stevia - Stecklinge verbracht worden sind, wird die Folie
auf Rundbögen aus Bambus, Schlauch oder ähnlichem gespannt, an den Seiten wird
der Tunnel mit Erde abgedichtet, damit kein Luftaustausch geschehen kann. Nach
22 Tagen wird die Folie langsam entfernt damit sich die Stevia Jungpflanzen
aklimatisieren können. Der Kuststoff kann weitere 3 mal benutzen werden, er muß
aber davor gründlich mit Seifenwasser gereinigt werden.
Literatur:
Cámara Paraguaya de la Stevia Web Capaste
Instituto Agronomico Natonal Programma de Stevia, Javier Casacia & Edgar
Alvarez
IAN San Lorenzo
Weitere Seiten:
Stevia Geschichte
Stevia Sorten, Anbau und Vermehrung
Stevia Schädlinge und Krankheiten
Stevia in der Medizin
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